Unter dem Motto „Brücken bauen für eine inklusive Arbeitswelt“ kamen rund 170 Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen der Arbeitswelt am 16.06.2026 im Solitär Parchim zusammen. Etwa 30 Prozent der Teilnehmenden waren Menschen mit Behinderungen. Schon das zeigte, worum es an diesem Tag ging: Beteiligung, Begegnung und gemeinsames Gestalten.
Wir waren als Dienst zur betrieblichen Inklusion des Geschäftsbereichs arbeiten des Pommerschen Diakonievereins e.V. aus Greifswald gemeinsam mit einer jungen Frau angereist, die nach einer erfolgreichen Erprobung in einer Kindertagesstätte derzeit auf einem ausgelagerten Bildungsplatz lernt und arbeitet. Ihre Entwicklung zu begleiten und gemeinsam über zukünftige berufliche Perspektiven nachzudenken, macht für uns Inklusion ganz konkret erlebbar. Umso schöner war es, die Veranstaltung gemeinsam zu besuchen, neue Kontakte zu knüpfen und viele inspirierende Ideen für den weiteren Weg mitzunehmen.
Bereits beim Ankommen war eine offene und angenehme Atmosphäre spürbar. Nach und nach füllte sich der Veranstaltungsort mit Menschen aus Politik, Werkstätten, Inklusionsbetrieben, Unternehmen, Verbänden, Forschungseinrichtungen, Beratungsstellen und vielen weiteren Bereichen. Dieser bunte Mix machte den besonderen Charakter der Veranstaltung aus.
Ein Wort zog sich wie ein roter Faden durch den Tag: Gemeinsam. Immer wieder wurde betont, dass eine inklusive Arbeitswelt dort entsteht, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Dabei wurde großer Wert auf Leichte Sprache, einen respektvollen Umgang und die Begegnung auf Augenhöhe gelegt.
In Workshops und Gesprächsrunden standen nicht Aufgaben oder Ergebnisse im Vordergrund, sondern der persönliche Austausch. So ergaben sich Begegnungen zwischen Staatssekretären, Werkstattleitungen, Forschenden, Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen, Menschen auf ausgelagerten Arbeitsplätzen, Beschäftigten aus Inklusionsbetrieben sowie vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren. Gerade diese Vielfalt machte die Gespräche besonders wertvoll.
Neben Praxisbeispielen wurden unter anderem die Hamburger Arbeitsassistenz sowie die Arbeit der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) vorgestellt. Die Podiumsdiskussion beschäftigte sich mit dem Budget für Arbeit: Welche Chancen bietet dieses Instrument? Wo liegen Herausforderungen? Und was braucht es, damit noch mehr Menschen davon profitieren können?
Besonders interessant war die Vorstellung des Inklusionsbetriebes Mahlwerk der Lewitz-Werkstätten. Die gezeigten Bilder und die persönlichen Einblicke machten deutlich, welche Möglichkeiten entstehen, wenn Menschen die Chance erhalten, ihren eigenen beruflichen Weg zu gehen. Sehr bewegend war es, einen der Hauptakteure auf der Bühne zu erleben und aus erster Hand zu hören, wie sehr ihn sein beruflicher Weg erfüllt und wie positiv sich dadurch sein Leben verändert hat.
Ein weiterer berührender Moment war die Aussage des Vorsitzenden der Werkstatträte in M-V Ingo Bremer, der betonte, dass Erfolg nicht an einem bestimmten Ort festzumachen sei. Erfolg bedeute, etwas auszuprobieren, neue Wege zu gehen und die Möglichkeit zu haben, den individuell passenden Weg zu finden – sei es in einer Werkstatt, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, in einem Inklusionsbetrieb oder auch mit einem späteren Wechsel zurück. Entscheidend sei, dass Menschen die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um ihre eigenen Wünsche und Ziele verwirklichen zu können.
Für uns war es eine rundum gelungene Veranstaltung. Sie hat gezeigt, wie wichtig Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit sind, wenn eine inklusive Arbeitswelt gelingen soll. Die vielen Gespräche, Impulse und Beispiele haben Mut gemacht und deutlich gemacht: Inklusion entsteht dort, wo Menschen miteinander statt übereinander sprechen.