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Aktuelles

Ein Engel hängt draußen an der Tür von Karl-Heinz Klaut. Der Engel ist im Nikolaiheim das Symbol für diejenigen Bewohner*innen, die in der Einrichtung palliativ versorgt werden. Palliativpatient. Menschen mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen und einer begrenzten Lebenserwartung. 

Die Tür zum Zimmer von Herrn Klaut öffnet sich. Ein älterer Mann mit wachem Blick und gepflegtem Erscheinungsbild begrüßt mich. Man sieht Herrn Klaut nicht an, dass er einen palliativen Versorgungsbedarf hat. Nur die Maske, die er zur Unterstützung seiner Atmung trägt, lässt erahnen, dass sein Gesundheitszustand behandlungsbedürftig ist.

Vor 14 Jahren bekam der heute 72jährige die Diagnose Prostatakrebs. Eher ein Zufallsbefund, denn bis dahin ging es Herrn Klaut, wie er selbst sagt, gut. Es folgte eine OP und anschließende Bestrahlung, welche er überwiegend komplikationslos überstand. Dennoch brachte die Diagnose auch eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der eigenen Lebenserwartung mit sich. Den Blick nach vorn gerichtet, entschied sich Herr Klaut für eine mehrwöchige Reise nach Kanada. Noch etwas von der Welt sehen und lang gehegte Träume leben. Doch nach kurzer Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Die erste Chemotherapie folgte. Vermeintlich mit Erfolg. Knapp vier Jahre war er beschwerdefrei. Dann der nächste Rückschlag. Die zweite Chemotherapie schloss sich an. Und auch wenn die Nebenwirkungen der Behandlung Herrn Klaut zu schaffen machten, so ist er bis dahin nie an seinem Schicksal verzweifelt, wie er sagt. Selbst als seine Lebensgefährtin, die er lange zu Hause pflegte, an Krebs verstarb. 

Anfang 2025 traten dann Schmerzen im Bereich des Brustbeins auf. Treppensteigen war plötzlich eine Unmöglichkeit, dazu auftretende Atemnot. Das Gefühl zu ersticken. Panik. Notruf. Der Brustraum voller Metastasen. Die Schmerzen. Die Diagnose. Der gewohnte Lebensalltag durch massive Einschränkungen bestimmt. Depressive Verstimmungen schlichen sich ein. Pflegegrad 4. Es folgten mehrere Krankenhausaufenthalte und die Unterbringung im Hospiz. Letztendlich im Frühjahr die Verlegung in das Nikolaiheim. 

Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes hat Herr Klaut in den ersten Wochen, in der für ihn neuen Einrichtung, nicht viel von dem wahrgenommen, was um ihn herum geschah. Was ihn jedoch in der Zeit seit der Diagnose immer wieder begegnete, waren visuelle Erscheinungen, die in Verbindung mit dem Tod standen. Ein quälender Zustand, der Herrn Klaut schmerzlich spüren ließ, dass das eigene Leben vermeintlich zeitnah zu Ende gehen wird. 

Palliativschwester Laura aus dem Nikolaiheim ist insbesondere in solchen Situationen für die Bewohner*innen da. In Gesprächen mit Herrn Klaut fand sie heraus, dass er gerne noch einmal reiten gehen würde. So wie damals mit seinem Bruder in der Mongolei. Zusammen mit dem Projekt Wünschewagen des ASBs organisierte sie für Herrn Klaut einen Ausflug zu einem Gestüt in der näheren Umgebung. Herr Klaut war zu diesem Zeitpunkt sehr geschwächt und es strengte ihn merklich an. Aber dieser Moment, als er auf dem Pferd saß, löste etwas in ihm aus. Die Erinnerung daran bewegt ihn noch heute zu Tränen. Es fällt ihm schwer, dies in Worte zu fassen; er kann es nur so beschreiben, „dass plötzlich etwas weg war“ – die visuellen Erscheinungen, wie auch das Gefühl bald zu sterben. 

Seit diesem Tag verbesserte sich der Gesundheitszustand von Herrn Klaut zunehmend. Sein Lebenswille kehrte zurück und damit nicht nur der Wunsch, sondern auch der Ehrgeiz wieder selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Mit Hilfe der Physiotherapie Lichtblau, regelmäßigem Training und einem starken Willen kann er mittlerweile wieder Treppen steigen. Der elektrische Rollstuhl gibt ihm darüber hinaus die Freiheit, sich ohne fremde Hilfe auch außerhalb des Nikolaiheims zu bewegen. Sofern das Wetter es zulässt, ist Herr Klaut nahezu täglich draußen, am Kosenowsee, auf dem Sportplatz, wenn mal wieder ein Fußballspiel ansteht, beim Bäcker oder einfach in der näheren Umgebung, die Natur genießend. Besonders schätzt er an dieser Freiheit, dass er mit Menschen in Kontakt kommt und hier und da ein Pläuschchen halten kann. 

Das Nikolaiheim ist für Herrn Klaut zu einem zu Hause geworden, denn hier ist er auf Menschen gestoßen, die für ihn da sind, die sich um ihn sorgen und ihm einfach mit viel Empathie und Herz zur Seite stehen, so wie Schwester Laura und Carola vom ambulanten Hospizdienst. „Es ist ein gutes Gefühl, nicht allein zu sein. Dadurch fällt es mir auch nicht schwer lustig zu sein.“ Erzählt mir Herr Klaut mit einem Lachen und fügt hinzu, dass er im Nikolaiheim seine Lebensfreude wieder gefunden hat. Ihm ist dabei durchaus bewusst, dass seine Lebenserwartung aufgrund der Erkrankung begrenzt ist. „Aber den 88. Geburtstag kann man ja im Auge behalten.“ fügt er lachend hinzu. Herrn Klaut ist es wichtig, so lange wie möglich, die eigene Selbstständigkeit aufrechtzuerhalten. Dabei schätzt er sehr, wie gut das Personal im Nikolaiheim für ihn sorgt. Nicht nur, dass die Speisenversorgung aufgrund seines Gewichtsverlustes angepasst wurde, sondern dass man auch auf zwischenmenschlicher Ebene für ihn da ist. So erzählt Herr Klaut, dass sich die Mitarbeitenden im Heim nicht nur aus Höflichkeit zu ihm setzen und mit ihm schnacken, sondern, dass sie das wirklich gerne machen. 

Zu den anderen Bewohner*innen in der Einrichtung hat Herr Klaut in den letzten Monaten auch freundschaftliche Kontakte geknüpft. So wie zu Ramona, die er mit seiner wiedergewonnenen Lebensfreude ansteckte und bei einem Fest in der Einrichtung zu einem Tänzchen überreden konnte – trotz ihres amputierten Beines. Herr Klaut wirkt glücklich, als er über seine Fortschritte und die vielen erlebten Momente seit seinem Einzug in das Nikolaiheim berichtet. Für dieses Jahr hat er sich noch ein Ziel gesetzt: Mit dem Bus nach Greifswald zum Eis essen zu fahren. Selbstständig, versteht sich. Dann mal gute Reise, Herr Klaut.

Ob Bereichsgeschäftsführung, Regional- oder Teamleitung, Führung gehört zu ihren Kernaufgaben. Aber wohin führen sie die Mitarbeitenden, das Leistungsangebot, den Geschäftsbereich, die UGPD eigentlich? 

Um zu verstehen, worin der eigentliche Führungsauftrag liegt, setzten sich die Führungskräfte des GB assistieren in ihrer Klausur mit dieser wichtigen Fragestellung auseinander. Dabei ging es vorrangig darum zu verstehen, wie strategische Entscheidungen auf die eigene Führung einzahlen, ja in eine bestimmte Richtung lenken und warum dies richtig und wichtig ist. 

Bereichsgeschäftsführer Jens Tode erläuterte in diesem Zusammenhang die in der BSC des Geschäftsbereichs abgebildeten Maßnahmen, welche Kennzahlen hiermit verknüpft sind und verdeutlichte an ausgewählten Praxisbeispielen, an welchen Stellen die strategische Unternehmensentwicklung bereits ganz praktisch erlebbar wurde. 

Spannend gestaltete sich dann die Frage, in welcher Korrelation die strategische Entwicklung des Geschäftsbereichs mit jener der Unternehmensgruppe steht. Der Kaufmännische Vorstand Steffen Jaeckel gab dazu einen informativen Einblick und erläuterte u.a. die Hintergründe für laufende und geplante Bauprojekte, E-Mobilität oder auch die forcierten Entwicklungen im Bereich der unternehmensinternen IT-Infrastruktur und wie dies, unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, als übergeordnetem Thema, verortet wird. 

Für die Teilnehmenden war dies ein wichtiger Input, um die strategische Unternehmensentwicklung mit der eigenen Führungsaufgabe enger verknüpfen zu können und nachzuvollziehen wohin sie geführt werden und führen. Ein engmaschiger Austausch wird dabei auch künftig essentiell sein, um Führung und Führungsauftrag zu reflektieren, zu justieren, zu optimieren. 

Grundlegend bleibt dabei der Ansatz, dass für eine erfolgreiche Führung, die Chancen aus der Stärke der Unternehmensgruppe gesehen werden müssen. Die Klausurtagung bot einen guten Auftakt, die Führungskräfte des Geschäftsbereichs hierfür zu sensibilisieren und darin zu bestärken, gemeinsam die Mitarbeitenden, das Leistungsangebot, den Geschäftsbereich, die UGPD auf den strategischen Weg der Unternehmensentwicklung zu führen.

Manchmal beginnt ein neuer Weg genau in dem Moment, in dem sich eine Tür öffnet. Genau so ein Moment war der Besuch des Dienstes zur betrieblichen Inklusion beim Tag der offenen Tür im neuen Seniorenzentrum am Stadtpark. Die offizielle Eröffnung des Hauses ist für den 23. März geplant – doch schon jetzt konnten Interessierte einen ersten Eindruck von den neuen Räumlichkeiten gewinnen. Das Haus präsentierte sich bei der Besichtigung hell, offen und sehr einladend. Freundliche Zimmer, großzügige Gemeinschaftsräume und Terrassen sowie der eindrucksvolle Eingangsbereich mit einer großen Mooswand schaffen eine Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt. Ein Ort, der nicht nur für Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch für Mitarbeitende ein angenehmes Umfeld bietet.

Für den Dienst zur betrieblichen Inklusion der Greifenwerkstatt stand bei diesem Besuch jedoch noch etwas anderes im Mittelpunkt: neue Möglichkeiten für berufliche Teilhabe. Der Dienst zur betrieblichen Inklusion ist ständig auf der Suche nach Unternehmen und Einrichtungen, die bereit sind, Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu geben – sei es über Praktika, berufliche Erprobungen oder langfristige Arbeitsplätze. Das neue Seniorenzentrum am Stadtpark könnte genau so ein Ort sein. Während der Führung ergab sich direkt ein sehr persönlicher und vielversprechender Kontakt. Frau Heß befindet sich gerade auf ihrem beruflichen Weg in der Alltagsbegleitung. In den vergangenen vier Wochen hat sie sich in einer Pflegeeinrichtung praktisch erprobt und dabei festgestellt, dass die Arbeit mit älteren Menschen genau das ist, was sie machen möchte. Der Besuch beim Tag der offenen Tür wurde so zu einem wichtigen Schritt in ihrer beruflichen Zukunft. Denn gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort konnte bereits festgehalten werden: Frau Heß kann hier ab dem 1. April in die Erprobung starten.

Ein neuer Arbeitsplatz, ein neues Team und die Chance, von Anfang an Teil eines Hauses im Aufbau zu sein.

Die Freude darüber ist bei ihr deutlich spürbar: „Ich habe einen sehr positiven Eindruck und bin begeistert von dem Gebäude. Es ist sehr freundlich und lädt dazu ein, dass man Spaß bei der Arbeit hat. Vor allem freue ich mich darauf, mit älteren Menschen zusammenzuarbeiten, sie zu beschäftigen und einfach Freude bei der Arbeit zu haben. Ich bin glücklich, dass ich diesen Weg gefunden habe – und gerade einfach ein bisschen geflasht.“ 

Für uns zeigt dieser Tag einmal mehr, wie wichtig Offenheit und Kooperation sind. Wenn Einrichtungen bereit sind, Menschen eine Chance zu geben, entstehen neue Perspektiven – für die Betriebe, für die Teams und vor allem für die Menschen, die ihren Platz im Arbeitsleben finden möchten.

Der 1. April markiert für Frau Heß den Beginn eines neuen Kapitels. Und für uns ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. 

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